Mittwoch, 9. Juli 2014

Hashimoto - Mein täglicher Begleiter...

Hallo meine Lieben,

ich möchte heute über ein Thema sprechen, welches weder mit Beauty oder Mode zu tun hat. Es ist etwas ganz persönliches, eine Krankheit, die mich seit ca 6 Jahren begleitet und worüber viele Menschen nicht so viel Bescheid wissen. Es geht um die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis.

Ich möchte euch in diesem Beitrag einfach mal erklären, was dies überhaupt für eine Krankheit ist, welche Symptome diese mit sich bringt und welche Symptome jetzt schon auf mich zutreffen, eine kleine Geschichte über mein Leben und zu guter Letzt möchte ich euch noch ein sehr gutes Buch empfehlen.


Definition Hashimoto Thyreoiditis:

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems, führt. Bei dieser Entzündung wird die Schilddrüse vom eigenen Körper angegriffen und zerstört.

Symptome die Auftreten können:

Bei dem Symptomen ist es natürlich klar, dass nicht alle Symptome auf jeden der Erkrankt ist zutrifft und es gibt auch noch mehr, die hier nicht genannt wurden. Dies sind aber die gängigsten:

-          Schnelle Gewichtszunahme
-          Extreme Müdigkeit
-          Schlafstörungen
-          Konzentrationsschwäche
-          Motivationsschwäche
-          Depressionen
-          Antriebslosigkeit
-          Panikattaken
-          Halluzinationen
-          Plötzlich auftretende unreine Haut
-          Übelkeit
-          Verdauungsprobleme
-          Verstopfungen / Durchfall
-          Lebensmittelunverträglichkeit
-          Muskelabbau
-          Gelenkschmerzen
-          Tinnitus
-          Übelkeit
-          Verdauungsstörungen
-          Kreislaufprobleme
-          Schlechte Immunabwehr


-          Probleme mit dem Schwanger werden
-          Impotenz
-          Kloß im Hals, Strangulationsgefühl, häufiges Räuspern
-          Verringerte Libido
-          Brüchige Haare und Nägel
-          Haarausfall
-          Sprachstörungen
-          Schlechte Wundheilung

etc… Da gibt es wirklich viele!

Welche Symptome auf mich bereits zutreffen:

Ihr konntet bestimmt feststellen, dass ich die Symptome aufgeteilt habe. Der obere Abschnitt trifft bereits heute, bei meinen jungen 22 Jahren, auf mich zu. Für viele sehr erschreckend.

Der untere Abschnitt trifft, zu Mindestens bis jetzt, noch nicht zu bzw. weiß ich es nicht. Versucht schwanger zu werden habe ich bis jetzt zum Beispiel noch nicht und Impotent kann ich als Frau ja schlecht werden.


Mein Leben mit der Krankheit:

Ich möchte eigentlich gar nicht so viel ausschweifen und zu viel erzählen. Ich kann euch sagen, dass diese mit ca. 16 Jahren (oder doch früher?) bei mir entdeckt wurde, da meine Mutter bereits den verdacht hatte. Sie selber hat auch die Krankheit und kennt sich durch Ihr Fachwissen im Medizinischen Bereich sehr gut aus.

Bei den Untersuchungen ist herausgekommen, dass meine Schilddrüse schon ziemlich zerstört wurde. Die rechte Hälfte ist schon fast komplett aufgelöst. Schnell wurde klar, dass ich wohl mein Leben lang Tabletten zu mir nehmen muss. „L-Thyroxin“ ist nun mein Begleiter.

Ich bin sehr froh, dass es eine Krankheit ist, die keine Körperlichen Schmerzen mit sich trägt. Zu Mindestens keine so großen, sodass mir ständig etwas weh tut. Ich habe Momentan die meisten Probleme damit, dass ich den ganzen Tag über sehr müde bin, obwohl ich bereits zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett gehe und täglich mindestens 8-9 Stunden schlaf bekomme. Ich denke den ganzen Tag wirklich nur daran, wann ich endlich wieder schlafen kann.
Was diese Müdigkeit mit sich trägt ist dann aber auch die Konzentrations – und Motivationsschwäche. Ich habe meistens keine Lust etwas zu machen und sogar meine Freunde bleiben dann auf der Strecke. Anstatt mich mit Ihnen abends noch einmal für 2-3 Stunden zu treffen, gehe ich lieber ins Bett schlafen.

Momentan bin ich froh, dass ich wieder etwas aus meinem „Loch“ gezogen wurde und viel mit meinen Freunden mache. Aber ich weiß jetzt leider schon, dass es so nicht bleiben wird.


Seit ca 4 Wochen ist es bei mir so, dass ich Nachts Panikattaken und auch öfters mal Herzrasen bekomme. Zudem plagen mich auch Halluzinationen. Ich wache auf und bilde mir ein, dass sich jemand in meiner Wohnung befindet. Sehe sogar einen Schatten von bestimmten Menschen, welcher gerade in mein Wohnzimmer verschwindet. Wenn ich nachschaue und wie eine Irre durch meine Wohnung renne ist dort aber selbstverständlich nichts. Angst macht es mir aber trotzdem!


Ein weiteres großes Thema ist bei mir natürlich die Gewichtszunahme und der Muskelabbau. Ich habe mich vor einem Jahr in einem Fitnessstudio angemeldet, da ich ein paar Muskeln aufbauen wollte und ein wenig Fett verlieren wollte. Ich habe meine Ernährung umgestellt, bin drei Mal die Woche ins Studio und habe einen Fitnessplan mit meinem Trainer aufgestellt.

Am Anfang habe ich gemerkt, dass ich ein paar Kilos verloren habe. Leider hat sich das aber auch ganz schnell wieder geändert und ich nahm zu. Meine Freunde und Familie dachten ich würde Muskelmasse zunehmen, aber nein es war anders.

Nach einem weiteren Check meines Fett- und Muskelanteils im Körper kam heraus, dass mein Fettanteil sich erhöht hat und meine Muskeln sich weiter abgebaut haben, obwohl ich streng auf alles geachtet habe. Was ein mieses Gefühl!


So ihr Lieben, ihr merkt es ist nicht alles so ganz einfach mit dieser Krankheit. Das schlimmste ist aber fast noch, dass die meisten Freunde und Bekannten denken, dass man sich nicht so anstellen soll, übertreibt und sich alles nur einbildet. So ist es aber nun wirklich nicht!

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick verschaffen und wenn ihr noch mehr wissen möchtet, weil ihr diese Krankheit vielleicht auch selber habt oder jemanden kennt, der diese hat kann ich euch wärmstens das Buch von Vanessa Blumhagen empfehlen. „Jeden Tag wurde ich dicker und müder – Mein Leben mit Hashimoto“

Liebe Grüße

Tabea

Kommentare:

  1. Das tut mir echt leid für dich ;( vorallem, wenn man ein Leben lang auf Tabletten angewiesen ist, ist es nicht gut. Immerhin hast du keine körperlichen Schmerzen in den Sinne, wie du es ja selbst angesprochen hast. Immer nur müde zu sein ist natürlich alles andere als schön und ich hoffe, dass du mit der Krankheit zurecht kommst und trotzdem alles meistern wirst.

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Ja da bin ich auch froh, dass es mir körperlich gut geht.
      Meine Mutter setzt momentan alles dran, dass ich mit verschiedenen Tabletten und Hormonen richtig eingestellt bin, damit wenigstens meine Müdigkeit wieder weg geht.

      Liebe Grüße

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  2. Oha das tut mir echt Leid für dich =( Ein lebenlang Tabletten kenne ich von meiner Oma, die musste auch früh damit anfangen =(
    Die Symptome klingen echt nicht toll, einige treffen auch auf mich zu, nun habe ich voll Angst (wahrscheinlich unnötig, aber bin so ein Schisser). Na ja muss eh mal wieder zum Arzt, dann soll der direkt mal gucken.
    Toller Eintrag und schön dass du uns das so genau schilderst =) Das Buch klingt auch sehr interessant.
    Liebe Grüße

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    1. Ach ja das kenne ich.. Wenn mir irgendjemand was sagt, denke ich, ich habe es auch gleich. Mir wurde schon einmal eingeredet, dass ich schwanger bin, obwohl es totaler Schwachsinn war :D
      Danke <3
      Liebe Grüße

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  3. Wie schrecklich und wie mutig von Dir, dies hier so ehrlich zu erzählen. Ich denke, dass dies einigen Menschen helfen könnte, die selbst von einer chronischen Erkrankung betroffen sind. Es ist sicher nicht einfach, sich ständig neu mit der Krankheit zu arrangieren und sich zu motivieren..
    ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Unterstützung durch Deine Familie.
    Liebe Grüsse
    Mona

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    1. Dankeschön. Es ist wirklich nicht immer einfach - gerade weil ich wieder in der Phase bin wo ich nur noch schlafen will und meine Freunde dadurch kaum sehe, aber ich weiß, dass es auch bald wieder vorbei geht und ich wieder aktiver bin.

      Ganz liebe Grüße

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  4. Ach Tabeachen,
    das tut mir echt total leid. Wie tapfer Du bist.
    Bekannte denken, Du sollst Dich nicht so anstellen? Was sind das für Menschen? Du bist so jung und hast Einschränkungen, die einen ganz doll bedrücken können.
    Besonders Ängste und Trugbilder in der Nacht stelle ich mir ganz schlimm vor, ich kenne das aus meiner Familie... auch Antriebslosigkeit ist furchtbar, man möchte fit und agil sein und kann einfach nicht.
    Danke für diesen Einblick in Dein Leben, das war sehr mutig von Dir. Ich höre zum ersten Mal von dieser Krankheit, das ist immer schwierig, gerade seltene Krankheiten werden meist nicht genügend erforscht.
    Ich wünsche Dir ganz ganz doll, dass Du Dein Leben einigermaßen normal führen kannst, ich gönne es Dir von ganzem Herzen. <3

    Liebe Grüße von Marion.

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    1. Marion ich danke dir für diese vielen lieben Worte <3
      Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass die Krankheit doch so viele Symptome hat und dann denkt man schnell "ach die hat auch jeden Tag was anderes.."

      Meine Mutter sorgt sich sehr um mich und kennt sich mittlerweile auch gut hiermit aus.. Ich bin froh, dass ich sie habe und sie mir so viel hilft :)

      Danke und Liebe Grüße

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